Univ.-Prof. Dr. Erich Minar, Gefäßspezialist, Facharzt für Innere Medizin
Der Schlaganfall und wie man ihm vorbeugen kann
Dem Gehirn 'geht die Luft aus'
Milliarden von Nervenzellen in unserem Gehirn sind immer in Betrieb - egal ob wir wach sind oder schlafen. Um diese ständige Leistung aufrecht halten zu können, braucht das Gehirn viel Sauerstoff und andere Nährstoffe über das Blut. Kommt es zu einer plötzlichen Durchblutungsstörung des Gehirns, droht ein Schlaganfall. Er kann durch einen Gefäßverschluss oder durch eine Verletzung - Platzen oder Einreißen - eines Blutgefäßes ausgelöst werden. Die Folgen sind die gleichen: die Nervenzellen leiden unter Sauerstoffmangel und gehen zu Grunde. Je nachdem wie viele und welche Zellen betroffen sind, kommt es zu verschiedenen Auswirkungen: Lähmungen, Taubheitsgefühl, Sprech- oder Sehstörungen, ev. Verlust der Sprache, Gedächtnislücken, Schwindel.
Bei folgenden Warnsignalen muss man an einen drohenden Schlaganfall denken.
Plötzliche Muskelschwäche oder Taubheitsgefühl in Gesicht, Armen oder Beinen
Seh- oder Hörstörungen
Schwindelgefühl
Unsicheres Gehen
Sprech- und Schluckstörungen
Bislang unbekannter, plötzlich einsetzender starker Kopfschmerz
Diese Beschwerden können manchmal nach kurzer Zeit wieder vorbei sein. Sie sind aber trotzdem gefährlich und verlangen eine dringliche Abklärung. Dazu gehört eine Ultraschall-Untersuchung der Halsschlagadern um Engstellen rechtzeitig erkennen zu können. Die Beseitigung der Einengung erfolgt chirurgisch oder - seit kurzem - durch Einsetzen eines Stents.